Was macht man an einem Freitag Nachmittag, wenn gerade nix anderes ansteht? Ganz klar, man setzt sich ins Auto und fährt irgendwo hin. Gesagt, getan. Und da es in näherer (und auch weiterer) Umgebung nix wirklich interessantes mehr gibt, ging es eben auf nach Washington. Waren ja nur 800 Meilen (1300km) pro Strecke :-D Also nach der Arbeit schnell ein paar Sachen zusammen raffen und los gings. Die Fahrt hat mich dann von Illinois aus quer durch Indiana, Ohio, West Virginia, Pennsylvania, nochmal West Virginia, Maryland und schließlich in den District of Columbia geführt. Ja, Washington hat seinen eigenen Bezirk und gehört zu keinem anderen Bundesland. Hat irgendwas mit der Unabhängigkeit des Regierungssitzes gegenüber den einzelnen Ländern zu tun und stammt noch aus den Zeiten der Staatsgründung. Ich muss glaube nicht erwähnen, dass sich die Fahrt "etwas" gestreckt hat, aber mit ein paar Pausen zum Schlafen kam ich nach nur 18h Fahrt gegen Mittag fast direkt an der National Mall an. Das ist der Bereich in Washington wo die ganzen wichtigen Gebäude und Denkmäler stehen. Außerdem war gerade der Frühling in Washington ausgebrochen und es gab ein Kirschblüten-Festival...läuft :-)
Die Mall fängt im Norden mit dem Obersten Gerichtshof an, dann kommt der Kongress gleich ein paar Meter weiter im Süden. Weiter geht es mit einer ca. 4km langen und 500m breiten Wiese, auf der sich an diesem Tag anscheinend halb Wahington rumgetrieben und Football gespielt hat. Rechts und links von der ersten Hälfte der Wiese stehen (gefühlte) 20.000 Museen, die alle zum Smithonian gehören, und irgendwann kommt auch das historische Hauptgebäude. Also wenn man irgendwann mal Extrem- Museumstouring machen will, dann ist das der Ort der Wahl :-) Weiter im Süden kommt dann das Washington Monument, dieser weiße Marmorobelisk. Dort kann man wohl auch rein und oben gibts eine Aussichtsplattform, aber die Karten dafür sind jeden Tag schon nach 5 Minuten weg, weil sie einerseits kostenlos sind aber auch weil sie nur ganz wenige Leute reinlassen.
Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten, weiter zu gehen. Ich hab mich erstmal für Norden entschieden, da kommt man zur 1600 Pennsylvania Avenue, dem Weißen Haus. Dort waren auch mindestens ebensoviele Polizisten wie Touris, und von denen war sicherlich nochmal die Hälfte vom Secret Service. Ich hatte überlegt einfach mal meinen Rucksack hinzuwerfen und und "Für Allah!!!" zu rufen, aber ich habe es dann gelassen, war glaube ich besser so :-D O.k., also zurück zum Washington Monument und weiter nach Süden. Jetzt kommt erstmal ein riesiges Denkmal für den Sieg im 2. Weltkrieg bevor am Ende das Lincoln Memorial samt 600m Pool steht. Leider war der Pool gerade wegen Bauarbeiten leergepumpt. Vor dem Lincoln Memorial hatte Martin Luther King seine "I have a Dream"-Rede gehalten. Von den Stufen dort hat man auch nochmal schön den gesamten Blick über die Mall.
Wem die Füße jetzt noch nicht weh taten, der konnte noch weiter gehen. Gleich nach dem Potomac war der Arlington National Friedhof. Das ist der, den man in den Serien immer sieht wenn ein Soldat beigesetzt wird und wo die tausenden weißen Grabsteine stehen. Und auch JFK und seine Familie haben ihr grab dort. Noch etwas weiter wäre dann auch noch das Pentagon gewesen, aber zumindest das hab ich mir dann mal gespart, ich musste die ganze Strecke ja auch wieder zurück laufen :-)
Die Rückfahrt war dann relativ ereignislos, was sicher auch daran lag, dass hier eh jeder nur 100 fährt und das somit alles recht entspannt abläuft.
Das war sie also, meine letzte Ausfahrt hier, jetzt muss ich nur noch meinen Vortrag in der Firma halten und dann ist auch schon Packen angesagt und eh man sich versieht, bin ich wieder in good ol' Germany :-D




